° Cine salveaza o viata, salveaza intreaga lume. ° mai multe noutate gasiti la achive° aici puteti sa publici si voi >login: galeria _ concordia
| 28.03.2008
Bewährungsprobe für NATO-Gegner
Die rumänische Antimilitaristenszene ist noch klein, dafür aber international vernetzt
Von Matthias Wetzel, Sibiu
In Bukarest findet vom 2. bis 4. April der 20. NATO-Gipfel statt. Ein breites Bündnis verschiedenster Organisationen aus mehreren europäischen Ländern ruft zum Protest gegen den Gipfel und die Kriegseinsätze der NATO auf.
Die Vorbereitungen zum NATO-Gipfel in Rumänien laufen auf Hochtouren. Das bisher größte Treffen des Militärbündnisses ist sowohl für die rumänischen Offiziellen als auch für die noch junge antimilitaristische Bewegung in Rumänien eine Herausforderung. Das Innen- und Verteidigungsministerium kündigten massive Sicherheitsvorkehrungen für die Zeit des Gipfels an. So sollen Armee-Einheiten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt werden und Militärflugzeuge den Luftraum über der Hauptstadt überwachen. Durch nichts sollen die fast 5000 ausländischen Gäste gestört werden.
Die rumänischen Sicherheitsbehörden fahren eine harte Linie. In Tageszeitungen und Fernsehen präsentieren sich Armee und Polizei bei Pressevorführungen äußerst martialisch. Dabei werden zackige Polizeiaktionen und waffenstarrende Mitarbeiter präsentiert. Sogar die für Bukarest typischen Straßenhunde bekommen die angespannte Sicherheitslage zu spüren. An besonders neuralgischen Punkten wie Hotels und großen Hauptstraßen fangen Hundefänger seit ein paar Tagen streunende Tiere ein.
Den meisten Rumänen ist der NATO-Gipfel in der Hauptstadt egal. Bukarest ist weit weg und der Alltag ist schwer genug. Zudem gibt es in Rumänien noch keine solch entwickelte Zivilgesellschaft wie in Westeuropa. Lediglich in den größeren Städten existiert so etwas wie eine kritische Öffentlichkeit. Die globalisierungskritische und Antimilitarismusszene ist klein.
Wohl auch deshalb ist sie umso besser international vernetzt. So wie der Gipfel international ist, werden auch die Proteste dagegen in vielen Ländern organisiert und vorbereitet. Dabei stehen die Aktivisten vor Ort unter der intensiven Beobachtung von Polizei und Geheimdienst. So verwundert es nicht, dass Florin, einer von ihnen, nur seinen Vornamen preisgeben will. »Wir haben Ausstellungen, Info-Cafés und Diskussionen vorbereitet«, sagt der junge Mann. Demonstrationen seien zwar nicht geplant, doch was andere Gruppen vorhätten, könne er noch nicht genau sagen. Viele Aktionen würden spontan und im Freundeskreis durchgeführt. Das eigentliche »Organisationsbüro« sei das Internet, weil es schnell und aktuell und für jeden zugänglich sei. Zwar wisse er, dass gewisse Web-Seiten vom Geheimdienst überwacht würden, doch das störe ihn nicht.
Die rumänischen Aktivisten werden auch aus Deutschland unterstützt. Schon vor Tagen hatte sich eine Gruppe von Kriegsgegnern auf den Weg nach Bukarest gemacht. Die jungen Leute wurden an der bulgarisch-rumänischen Grenze in Gewahrsam genommen, durchsucht und verhört. Nach ihrer Freilassung wurde die Gruppe ohne Begründung nach Bulgarien abgeschoben. Nach Angaben von Martin Adzler, der die Aktionen in Deutschland koordiniert, haben die Antimilitaristen daraufhin auf der bulgarischen Seite ein No-Border-Camp errichtet und protestieren gegen die Willkür der rumänischen Behörden. Für den 31. März ist aber schon der nächste Bus-Trip von Berlin aus geplant. Ziel der Anti-NATO-Aktivisten: Bukarest. |
Posted: 16:53, 30.03.2008 |
|
|
|