In rund fünf Minuten ist es Stephan Basters gelungen, das Potenzial der Lernmethode Fernunterricht lebendig werden zu lassen: Seine am 21. Juni 2007 im Südwestrundfunk (SWR) ausgestrahlte Reportage zeigt am Beispiel der 17-jährigen Giuliana, wie Jugendliche, die im normalen Schulbetrieb gescheitert sind, sich an der Flex-Fernschule erfolgreich auf ihren Hauptschulabschluss vorbereiten. Der Fernsehbeitrag macht Mut, dass man sein selbst gestecktes Bildungsziel erreichen kann – und zwar nicht nur lernmüden Jugendlichen und ihren Eltern, sondern auch Erwachsenen, die nach einem Weg suchen, sich neben Beruf und Familie fortzubilden und denen in Deutschland ein breit gefächertes Weiterbildungsangebot per Fernunterricht zur Verfügung steht. Diskutiert in einem Ausbildungs Forum mit Leuten, die so einen Weg schon hinter sich haben.
Für seinen engagierten Fernsehbeitrag hat der SWR-Redakteur Stephan Basters jetzt einen Preis erhalten: Eine unabhängige Jury des Fachverbandes Forum DistancE-Learning verlieh ihm den Studienpreis DistancE-Learning 2008 in der Kategorie „Publikation des Jahres“. Die feierliche Übergabe fand am 14. April im Rahmen der Gala „Studienpreis DistancE-Learning 2008“ in Berlin statt. Dieser Publikationspreis wird seit 2005 vergeben, um die besondere Bedeutung der öffentlichen Diskussion für die erfolgreiche Etablierung und Weiterentwicklung der Lernmethode DistancE-Learning in Deutschland zu unterstreichen.
„Ich selbst habe mein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht“, erinnert sich Stephan Basters. „So lag mir das Thema sehr am Herzen. Manchmal muss man eben Umwege gehen, um ans Ziel zu kommen. Und das zeigt auch der Beitrag.“ Die in der Reportage portraitierte Giuliana war ohne Abschluss aus der 6. Klasse gegangen. Weil ihre Mutter sehr krank war, fehlte sie selbst oft in der Schule, verlor den Anschluss und die Lust zu lernen. Sie schämte sich, zog sich zurück – und griff dann zu als das Jugendamt ihr den Vorschlag machte, es mit der Flex-Fernschule zu versuchen. Stephan Basters Film zeigt Giuliana beim Lernen in der Küche, beim Telefonieren mit ihrer persönlichen Fernlehrerin – und bei einer ihrer mündlichen Abschlussprüfungen, für die sie erstmals zu ihrer Fernschule nach Breisach bei Freiburg reiste. Am Ende ist eine strahlende 17-Jährige auf ihrer Abschlussfeier im Juni 2007 zu sehen. Sie hat den Hauptschulabschluss mit einem Notendurchschnitt von 2,2 geschafft. Was der Film nicht mehr zeigt: Kurz darauf bekommt sie eine Lehrstelle als Einzelhandelskauffrau angeboten – vom Marktleiter des Einkaufszentrums am Wohnort, den Giuliana während ihres Schulpraktikums mit ihrem Lerneifer beeindruckt hat.
Die Flex-Fernschule, die in dem Fernsehbeitrag vorgestellt wird, ist 1998 aus einem Modellprojekt des Bundesfamilienministeriums hervorgegangen und wurde unter wissenschaftlicher Begleitung entwickelt. Rund 350 ehemalige Schulverweigerer haben bis heute auf diese Weise wieder den Anschluss gefunden. Die Quote der Abbrecher ist mit 8 Prozent erstaunlich gering. Also gleich aus dem Urlaub, rein in den Fernlehrgang und neue Ziele erreichen.
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