Der Geist des Elija

Das verschwundene Buch

Es war ein wunderschöner Sommermorgen in Norddeutschland. Ich fuhr mit meinem Mann von unserem Wohnort Frederiksberg in Dänemark zu dem Landkreis, in dem die Mutter meiner Mutter geboren war. Wie ein Kind, das sich darauf freut, daß ein großer Wunsch in Erfüllung geht, hatte ich einen Frosch im Hals, als ich zum ersten Mal auf einem Hinweisschild „Ladelund” las. Seit ich Mitglied der Kirche war, verspürte ich den brennenden Wunsch, den Namen meiner Großmutter für die Tempelarbeit einzureichen. Oft hatte ich in meiner genealogischen Forschung göttliche Führung erfahren, und ich freute mich darauf, meiner Großmutter zu helfen, die Fülle der Segnungen des Evangeliums zu erhalten..
Ich hatte nach Ladelund geschrieben, um zu erfahren, in welcher Kirchengemeinde die Urkunden über meine Großmutter zu erhalten waren. Dann hatte ich den Pfarrer angerufen und einen Termin ausgemacht, an dem ich die Bücher mit den Eintragungen ausleihen konnte...
Als wir in dem gemütlichen kleinen Haus in Ladelund ankamen, begrüßte die Pfarrsekretärin uns herzlich. Sie ging zum Safe, um das Buch zu holen, das ich ausleihen wollte, und kam völlig verblüfft zurück. „Das Buch, das Sie brauchen, ist nicht da; dabei war es gestern noch hier”, sagte sie. Gemeinsam suchten wir die Bücherregale ab, konnten es aber nicht finden..
Ich war zutiefst enttäuscht. Ich hatte mich so angestrengt. Warum half der himmlische Vater mir jetzt nicht? Ich ging zum Auto, um auf den nächsten Termin in ein paar Stunden zu warten. Während ich weinend dasaß, hatte ich die Idee, daß wir vielleicht in den kleinen Ort fahren konnten, wo die Familie meiner Großmutter gewohnt hatte. Das war zwar schon über hundert Jahre her, aber ich wollte einfach sehen, wie es dort aussah..
Wir kamen gegen Mittag an und sahen niemanden auf der Straße. Wir fuhren an etlichen Häusern vorbei, und schließlich sah ich eine Frau, die ihre Fenster putzte. Wir hielten an, und ich klingelte, um zu fragen, ob sie etwas über die Familie meiner Großmutter wußte. Als ich an der Haustür stand, sah ich auch das Namensschild. Mein Herz setzte fast aus, als ich den Namen Carstensen las. Das war der Familienname meiner Großmutter gewesen!.
Da machte die Frau auch schon die Tür auf und fragte im schönsten Platt, was ich denn wolle. Nachdem ich mein Anliegen vorgetragen hatte, antwortete sie: „Ach so, Sie wollen Mutters Ahnentafel sehen. Ich hole sie Ihnen." Sie ging aus dem Zimmer und kam mit einer Ahnentafel zurück, die meine Vorfahren bis ins siebzehnte Jahrhundert verzeichnete. Neben dem Namen jedes Ehepaars waren Geburts-, Heirats- und Sterbedatum aufgeführt, dazu alle Kinder, mit Geburts- und Heiratsort. Dieses eine Dokument lieferte mir mehr Informationen über die Familie meiner Großmutter, als ich aus den Kirchenbüchern erhalten hätte. Jetzt wußte ich genau, wo ich die Kinder alle zu suchen hatte..
Als ich wieder zu Hause in Dänemark war, erhielt ich einen Brief von der Pfarrei in Ladelund. Die Sekretärin hatte mir die Angaben aus dem verschwundenen Buch geschickt und erklärt, daß es versehentlich in den falschen Schrank gestellt worden war. Dank diesem „Versehen” hatte ich allerdings nicht bloß einen, sondern über hundert Namen meiner deutschen Vorfahren gefunden. Der Herr hatte mir wirklich geholfen, auch wenn mir das erst nicht bewußt gewesen war..
  Anna Margarethe Krogh Thomsen, Juni 1987

11:53 - 22.04.2008


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Description
Präsident Gordon B. Hinckley hat oft darüber gesprochen, inwiefern das Evangelium Jesu Christi Glück in die Familie einziehen lässt. Dieses Glück ist hier auf der Erde aber nicht nur der Familie vorbehalten. „Ist es nicht eine herrliche Offenbarung,” hat Präsident Hinckley gesagt, „dass wir die Möglichkeit haben sollen, in das Haus des Herrn zu gehen und uns für diejenigen taufen zu lassen, denen diese für .die Errettung notwendige heilige Handlung nicht hier auf der Erde zuteil geworden ist.”
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